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Von Nerds, Noobs und Java Online-Kursen

Zugegeben, ich habs mir einfacher vorgestellt.

Seit mehr als einem Monat arbeiten Mark und ich an unserem neuen Java Online-Kurs für Einsteiger und es ist noch nichts fertig.

Am Wissen mangelt es nicht, aber ein Ergebnis zu bekommen, dass mich zumindest zu 80% zufriedenstellt, ist schwerer als gedacht.

Da gibt es ein paar grundsätzliche Fragen:

  • Wie gestalten wir einen Kurs so, dass er nicht langweilt?
  • Welche Inhalte sollten wir rein nehmen, und welche nicht?
  • Wie präsentieren wir Inhalt, damit er verstanden wird?
  • Wie bekommen wir eine gute Bild- und Tonqualität hin?
  • Wie synchronisieren wir das gesprochene mit dem, was auf dem Bildschirm zu sehen ist?
  • Wie vermeiden wir Sprachfehler, Ähms und Ohms?
  • Wie bekommen wir mit dem geringstem Zeitinvestment das beste Ergebnis?
  • usw.

Zumindest eine Frage kann ich heute beantworten: Ja, es ist aufwendig einen Online-Kurs zu produzieren und man braucht viel Zeit und Durchhaltevermögen.

Insbesondere dann, wenn man so perfektionistisch veranlagt ist wie ich und freies Sprechen nicht zu den Stärken gehört.

Aber: es macht Spaß.

Wie ist die Story?

Wir haben uns Folgendes überlegt:

Mark und ich schlüpfen in die Rollen des Nerds und des Noobs. Er, der Noob, bitten mich, den Nerd, um Nachhilfe in Java.

„Kein Ding“ sage ich und biete ihm an mit einer Beispielanwendung in die Java-Entwicklung einzusteigen. Konkret würden wir eine sehr einfache Suchmaschine programmieren.

Dabei fangen wir ganz am Anfang bei der Installation von Java und der Entwicklungsumgebung an und enden am Schluss mit einer ausführbaren Java Anwendung.

Ich glaube, dass es besser sein wird die Grundlagen anhand eines konkreten Anwendungsfalls zu zeigen, als zusammenhanglose Beispiele zu bringen.

Wie ist das Konzept?

Wir führen einen Dialog. Das heißt der Noob stellt dem Nerd die Fragen und hackt nach, wenn etwas unklar ist. Außerdem fasst er das Gelernte in seinen eigenen Worten zusammen.

Zu Beginn ruft mich Mark an und wir unterhalten uns in einem Video-Chat. Danach wechseln wir auf meinen Bildschirm und ab da geht es auf meinem Computer weiter.

Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist für uns, dass wir das Video getrennt vom Audio aufnehmen können. Denn beim Vorlesen des Scripts kann ich keinen Java Code schreiben. (Glaub mir, ich habe es versucht.)

Inhaltlich möchte ich viele Vereinfachungen und Vergleiche verwenden, damit der Einsteiger Ankerpunkte und Parallelen zur echten Welt bekommt. Deshalb werde ich nicht nur auf Quellcode, sondern auch auf Bilder und Zeichnungen zurückgreifen.

Wie nehmen wir das Video auf?

In meinen ersten Versuchen hatte ich ein Script geschrieben und dann den Screencast dazu aufgenommen. Das ist voll in die Hose gegangen, denn wir mussten nicht nur das Audio, sondern auch das Video schneiden, damit es authentisch wirkt. Das hat viel Zeit gekostet und gut war es auch nicht.

Umgekehrt klappt es besser. Das heißt ich programmiere und nehme währenddessen meinen Bildschirm auf. Dann schneide ich das Video und lösche alle Sequenzen, die störend sind. Tippfehler, unnötige Fensterwechsel, lange Pausen usw.

Dann schreibe ich zu diesem Screencast das passende Script.

Wie nehmen wir Audio auf?

Das eigentliche Dilemma ist, dass ich zwar stundenlang über Java erzählen kann, aber die Essenz gut und gerne auch in einen Zehntel der Zeit pressen könnte.

Also Scripten wir die Lektionen jetzt, um sie abzulesen. Denn selbst wenn wir uns verlesen, ist eine Tonspur einfach zu schneiden. Auf diese Weise wirken die Lektionen wie aus einem Guss. Ohne störende Unterbrechnungen, ohne Ähms und Ohms, und auf das Wesentliche reduziert.

Das kommt auch dem Studenten zu Gute, denn der Kurs verschwendet keine Zeit und ist ingesamt nicht so lang.

Wie kommt Audio und Video zusammen?

Zwei Mal die Woche treffen wir uns, um die Skripte zu vertonen. D.h. wir sitzen vor einem Mikro und, naja, lesen vor.

Wir sind keine Naturtalente und müssen ein Audio mehrmals besprechen. Auch wenn Betonungen nicht passen oder es sich nicht genug „frei-gesprochen“ anhört, geben wir uns ein zweites Mal mehr Mühe.

Die eigentliche Schnittarbeit übernimmt Mark. Mein Screencast und unsere gemeinsamen Audio-Dateien bringt er mit ein Paar Overlays zusammen und so entsteht das fertige Video.

Wie ist das Ergebnis?

Es ist ok. Natürlich ist Luft nach oben. Aber da es unser erster Kurs ist, versuche ich nicht zu kleinlich zu sein. Was mir aber schwer fällt.

Auf der anderen Seite steht der Aufwand gegen den Nutzen. Was bringt uns der Kurs, wenn er nie fertig wird oder nicht den Ertrag bringt?

Wenn es so weiter geht, dann sind wir in drei Monaten fertig. Das ist überschaubar, zeigt aber auch, wie aufwendig so eine Produktion ist.

Wie und wo den Kurs verkaufen?

Das ist ein Punkt, der mir am Meisten Sorgen bereitet. Ich habe keine Erfahrung in der Vermarktung von Online-Kursen. Aus diesem Grund werden wir ihn erstmal bei Udemy hosten und auch an den Marketing-Programmen von Udemy teilnehmen.

Udemy behält von jeden verkauften Kurs 50% als Provision. Das ist viel. Auf der anderen Seite gibt es bei einem digitalen Produkt keine variablen Kosten. Und bei A.P. Donovan betragen die Marketing-Kosten ca. 30% vom Umsatz. Daher denke ich, ist es ok.

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