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Gold (und Geld)

Diesen Monat habe ich viel für meine finanzielle Bildung getan. Konkret habe ich zwei Bücher von Robert Kiyosaki (einem Multi-Multi-Safe-Made-Millionär) und drei Bücher von James Rickards (einem US-Ökonom) gelesen. Und ich bin froh, dass ich mir diesen Stoff gegeben habe!

Vorher hatte ich so meine Schwierigkeiten mit Finanzmärkten gehabt. Immer mal wieder sagte ich mir: „Mensch, musst dich da mal einarbeiten. Etwas investieren. Vielleicht in Aktien. Vielleicht in ETF’s„. Aber bisher hat mir sowohl die Zeit als auch die Muße gefehlt mich da rein zu fuchsen. Ist einfach nicht meins.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil man sich mit dem Thema „Finanzmärkte“ lieber in Vollzeit beschäftigen sollte, als einer dieser Opfer zu werden, der in der ersten FOMO Blase Pleite geht.

Wie auch immer. Dank den beiden o.g. Autoren ist mein Leben in Sachen Finanzplanung und Investition nun sehr einfach. Und zwar deshalb, weil ich das Wort Derivat in seiner Auswirkung verstanden habe.

Die Wortbedeutung kannte ich schon zuvor. XML ist beispielsweise ein Derivat von SGML. Was ich mir aber unter einem finanziellen Derivat vorstellen sollte, war mir nicht ganz klar.

Robert Kiyosaki’s (gewohnt einfaches) Beispiel öffneten mir die Augen:

Orangensaft ist ein Derivat einer Orange

So einfach. Die Finanzwelt ist voll mit komplizierten „Produkten“. Und trotzdem ist alles sehr simpel. Man kann sich diese Produkte wie eine auf den Kopf stehende Pyramide vorstellen.

Die Pyramidenspitze steht auf einer Art Fundament. Das sind die Währungen. Euro, US-Dollar, Britischer Pfund, usw.

Und die kopfstehende Pyramide da drüber ist die Summe der Produkte. Egal ob das ein Fond, ein Index, ein ETF oder eine Aktie ist. Alles lässt sich auf diese Währungen herunterbrechen. All diese Produkte sind „Ableitungen“ der Währungen. Und damit Derivate der Währungen. Oft sind es auch Derivate der Derivate der Derivate usw.

Wir sagen zu unseren Währungen Geld. Der Witz an der Sache ist, dass es s.g. Fiatgeld ist. Also per Definition Geld ohne inneren Wert. Der einzige Wert, den diese Währungen speichern, ist Vertrauen. Und das ist bekanntlich sehr flüchtig. Vertrauen weg, Wert weg.

Und da Geld die Funktion der Wertaufbewahrung erfüllen muss, ist Fiatgeld gar kein Geld. Weil es eben keinen Wert aufbewahrt.

(Fiat)Geld

Da fällt mir eine kleine Geschichte dazu ein:

Ein Bekannter von mir, der in den 2000er Jahren gebrauchte Autos nach Kasachstan und Usbekistan exportierte, hatte mir erzählt, dass die Leute dort stellenweise untereinander mit der Deutschen Mark zahlen. Und zwar lange nachdem der Euro in Deutschland eingeführt und die Deutsche Mark ungültig wurde.

Das zeigt, dass Währungen, die auf Vertrauen und Unwissenheit beruhen, durchaus eine Zeitlang funktionieren können.

„Finanzmarktprodukte“, die auf Fiatwährungen aufbauen haben den Gegenwert der Einsen und Nullen auf der Serverfestplatte, auf der sie gespeichert sind. (Mach den Strom aus und weg ist es.)

Zudem sind diese „Produkte“ nicht vor Zugriff dritter gesichert. Eine kleine Gesetzesänderung hier und dort und schon bist du einen Teil davon los.

Gutes Beispiel sind thesaurierende ETF’s. Bis vor ein paar Jahren unterlagen sie erst dann einer Steuer, wenn die Gewinne realisiert wurden. Also beim Verkauf. Rate mal, wie das heute ist.

Zum Glück muss ich mich mit dem Kram nicht mehr beschäftigen und verpasse auch nichts. Finanzmärkte sind Umverteilungsmaschinen. Von denen, die sich nicht auskennen, hin zu denen, die den Durchblick haben.

Und die Gewinner schichten ihre Gewinne richtigerweise um. Raus aus dem virtuellen System ohne inneren Wert, rein in echte Werte. Und die sind – welch Überraschung – nicht digital. Sondern Grund, Edelmetalle, Immobilien, Unternehmen, Kunst usw.

Gold

Der babylonische König Nebukadnezar II, hat vor 2600 Jahren festgelegt, dass eine Unze Gold 350 ganzen Broten entsprechen soll. Ich habe mal geschaut, was der heutige Goldpreis sagt. 1528 EUR pro Unze Gold. Das entspricht einem Brotpreis von 4,30 EUR.

Erstaunlich, oder? Seit 2600 Jahren hat sich am „Wert“ von Gold einfach mal nichts getan. Für 35g Gold würde man nach wie vor beim Becker um die Ecke 350 Brote bekommen.

Ganz andere Geschichte ist der US-Dollar. 1972 haben die US-Bürger 50 USD für eine Unze Gold bezahlt. Heute (2021) 1852 USD. Daran sieht man sehr schön: nicht Gold wird wertvoller, sondern der US-Dollar konvergiert gegen seinen inneren Wert. Nämlich gegen 0.

Und wenn der Dollar gegen Null konvergiert, dann ja wohl der ganze Rattenschwanz an Derivaten ihm hinterher.

Fazit

Ich persönlich bin erleichtert. Es ist doch alles einfacher als gedacht. Wenn ich von meinen Kunden bezahlt werde, dann in Euros. Das ist eine weitere Fiatwährung ohne inneren Wert.

Wenn etwas übrig bleibt und ich mir den Wert meiner geleisteten Arbeit für später erhalten möchte, dann muss ich es aus der Fiatwährung umschichten. Und weil es da nicht so viele werterhaltende Alternativen gibt, kann ich mich auf einige, wenige Dinge fokussieren 😊.

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