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Der Mensch – Eine Problem-Konvertierungs-Maschine?

Gibt es Menschen, die keine Probleme haben? Die „problemlos“ durchs Leben gehen? Wird der Zeitpunkt im Leben kommen, ab dem wir uns zurücklehnen und frei von Problemen weiterleben?

Jede Lösung eines Problems ist ein neues Problem.

…hat Goethe gesagt. Und das ist ein Gedanke, der mir die letzten Wochen tief ins Hirn gesickert ist. Probleme hat jeder. Einige davon sind wiederkehrend und wir haben eine routinierte Lösung dafür. Hunger oder Müdigkeit beispielsweise. Beides Probleme, die wir täglich mit Essen und Schlaf lösen.

Andere Probleme sind uns neu und wollen von uns gelöst werden. Deshalb bedienen wir die Suchmaschine, sprechen mit anderen oder strengen uns einfach stärker in Sachen „nachdenken“ an.

Dabei lösen wir Probleme nicht, sondern konvertieren sie einfach in neue.

Ein Paar, das den Wunsch nach Kindern verspürt, aber keine bekommen kann, hat ein Problem. Kinderwunschzentren helfen bei der Lösung des Problems und ein Jahr später hat das Paar mindestens ein neues Problem zu lösen. z.B. den fehlenden Schlaf.

Im Wachzustand kann der Mensch gar nicht anders, als Probleme zu lösen. Und wenn er keine hat, dann denkt er sich welche aus. Langeweile ist so ein Problem. Das löst der Mensch z.B. mit Netflix und Instagram.

Das neue Problem dabei: Der Konsum von diesen Diensten schafft das Gefühl Zeit zu vergeuden.

Eine mögliche Lösung: Die Accounts wieder zu löschen und die Apps zu deinstallieren.

Da fällt mir ein… Im Buch „Die subtile Kunst des darauf Scheißens“ von Mark Manson gab es einen netten Vergleich:

Beide, sowohl der Obdachlose als auch Warren Buffet, haben Geldprobleme. Aber die Geldprobleme von Warren Buffet sind cooler.

Das gibt zu denken.

Probleme sollten also so gelöst werden, dass durch die Lösung neugeschaffene Probleme besser sind, als die alten. Und wenn ich so darüber nachdenke, dann ist keine Lösung dann doch manchmal besser, als eine Lösung, die schlechtere Probleme schafft.

Vielleicht sollte ich meine Pläne (dieses Jahr einen Pool den Garten einzubuddeln) doch verwerfen. Ganz wartungsfrei ist ein Pool nämlich nicht. Was bedeuten würde, dass ich jedes Jahr einen gewissen Teil meiner Freizeit in die Pflege stecken müsste, um ihn zu erhalten. Und bei den paar Sommertagen im Jahr…

Achja, die Probleme des kleinen Mannes. Egal. Das Nachdenken hat trotzdem etwas gebracht. Denn von der Illusion „eines Tages alle Probleme gelöst zu haben“, habe ich mich verabschiedet.

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