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Abhängigkeit ist Sch***e

Wir sind zurück aus dem All-Inclusive-Urlaub. Das war vermutlich unsere letzte Reise dieser Art. Was für ein Horror-Trip!

Ich will das „Warum“ gar nicht thematisieren, sondern darüber schreiben, was ich für mich als Lektion mitgenommen habe und was ich daraus machen möchte.

Es fehlt nicht mehr viel und ortsunabhängiges Arbeiten wird für meine Frau und mich Realität. Daran wirken wir seit mehreren Jahren und möglich ist das nur dank unserer Selbstständigkeit.

Allerdings zeigen die letzten zwei Jahre auch, wie fragil unsere Firma ist. Wir sind 2014 in die Amazon FBA Falle getappt und haben erst sehr spät verstanden, dass dieses Konzept in eine Sackgasse führt.

Seit dem steuern wir gegen und lösen unsere Firma Stück für Stück aus dieser toxischen Abhängigkeit. Dieser Prozess läuft nicht schmerzfrei ab, aber ich bin froh, dass wir diese Richtung eingeschlagen haben.

Abhängigkeit“ ist ein wichtiges Thema.

In unserem Urlaub waren wir zwei Wochen an einen Ort gebunden, der im Prospekt irgendwie anders rüberkam, als wir es vor Ort erlebten. Und unser Reiseveranstalter hat es ausgesessen, so dass wir weder in ein anderes Hotel kamen, noch den Urlaub abbrechen konnten.

Wir hätten auf unsere Kosten zurückfliegen können, aber ich unterlag der Illusion, dass wir eine Art Anrecht auf die Leistung hatten, die wir bezahlten.

Der Punkt ist: Wir sind an dieser Erfahrung selbst schuld. Keiner hat uns dazu gezwungen die Katze im Sack zu kaufen und sich dann zwei Wochen lang in die Abhängigkeit eines Reiseveranstalters zu begeben.

Wir hätten ebenso gut die Flugtickets kaufen, uns vor Ort eine Nacht in diesem Hotel buchen und am nächsten Tag in ein anderes Hotel ziehen können. Es wäre umständlicher, aber wir hätten spätestens nach der ersten Nacht in diesem Hotel, die Vorteile erkannt und hätten einen besseren Urlaub verbracht.

Mich hat das intensive Grübeln über Abhängigkeiten auch dies erkennen lassen: Wie fahrlässig ist es eigentlich, dass ich mein Einkommen aus einer einzigen Quelle beziehe?

Mal unabhängig davon, ob ich angestellt oder selbstständig bin, denke ich, dass es besser ist jeweils 1.000€ aus 10 verschiednen Quellen pro Monat zu beziehen, als 10.000€ aus einer einzigen Quelle.

Das paradoxe an der Sache ist, dass mir das Thema Diversifikation nicht fremd ist. Natürlich weiß ich, dass es für eine Firma tödlich ist, wenn 80% der Aufträge von einem einzigen Kunden kommen. Oder wenn man sein ganzes Geld in eine einzige Aktie investiert.

Doch etwas „zu wissen“, weil man es z.B. in einem Buch gelesen hat oder etwas „zu verstehen“, weil man durch seine Erfahrung zu diesem Schluss gekommen ist, sind zwei verschiedene paar Schuhe.

Und allein aus diesem Grund war dieser Urlaub kein kompletter Reinfall, sondern hatte etwas Gutes. Das Thema der nächsten Jahre wird also Diversifikation heißen.

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